Gewerbesteuer Freibetrag

Vielen Gewerbetreibenden gilt sie als Fluch: die Gewerbesteuer. Immerhin nimmt diese Art der Besteuerung dem Geschäftsmann einen guten Teil seines sauer verdienten Geldes ab, doch gibt es auch hier – ebenso wie beim Privatmann – vom Gesetzgeber geschaffene Lücken, die helfen, zumindest einen Teil des Geldes einzusparen.

Allgemeines zur Gewerbesteuer

gewerbesteuerGrundsätzlich gewerbesteuerpflichtig ist die objektive Ertragskraft eines Gewerbebetriebes. Das bedeutet, die Gewerbeertragsteuer, wie die Gewerbesteuer offiziell genannt wird, fällt auf den um Kürzungen verminderten und um Hinzurechnungen erhöhten Gewinn des Gewerbebetriebes an. Das Steueraufkommen, dass durch die Gewerbesteuer erzeugt wird, fällt den Gemeinden zu, in denen der Steuerzahler seinen Geschäftssitz hat. Die Gewerbesteuer ist dadurch zur wichtigsten originären Steuerquelle der Gemeinden geworden, die aus ihr meist den Hauptteil ihres Steuereinkommens beziehen.

Die Gewerbesteuer wird dabei durch folgendes Verfahren ermittelt:

  • Laufender Gewinn des Geschäftsjahres
  • zuzüglich Hinzurechnungen
  • abzüglich Kürzungen
  • abzüglich Gewerbeverlust
  • ergibt Gewerbeertrag, der abzurunden ist auf volle Hunderter
  • abzüglich Freibetrag
  • ergibt Grundlage zur Ermittlung der Steuermesszahl
  • multipliziert mit Steuermesszahl 3,5 Prozent
  • multipliziert mit Hebesatz der jeweiligen Gemeinde
  • ergibt Gewerbesteuer

Zur Zahlung der Gewerbeertragsteuer sind alle Unternehmen verpflichtet, die per Definition Gewerbebetriebe sind. Dies sind alle Betriebe, die selbstständig betrieben werden, in der Absicht, Gewinn zu erzielen, und sich am allgemeinen wirtschaftlichen Leben beteiligen. Nicht unter diese Definition fallen lediglich land- und forstwirtschaftliche Betriebe, da diese als Vermögensverwaltung einzustufen sind. Auch Freiberufler sind nicht von der Gewerbesteuer betroffen.

Was kann ich davon abziehen?

gewerbesteuer freibetrag euroSeit der Unternehmenssteuerrefom 2008 ist die Gewerbeertragsteuer nicht mehr als Betriebsausgabe absetzbar. Dies gilt dabei sowohl für Einzelunternehmen, als auch für Personenunternehmen. Dafür existiert ein genereller Freibetrag der Gewerbesteuer für natürliche Personen, als auch für Personengesellschaften. Dieser Freibetrag ist vom Gesetzgeber in einer Höhe von 24.500 Euro festgesetzt worden. Zusätzlich können Beträge bis zu 72.500 Euro steuerlich begünstigt werden, da die Steuer in der Ertragsklasse noch nach einem Staffeltarif berechnet wird. Kapitalgesellschaften können diese Freibeträge allerdings nicht in Anspruch nehmen, sie sind davon ausgenommen. Zusätzlich dazu erfolgt keine Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommenssteuerschuld des Gesellschafters der Kapitalgesellschaft. Neben diesem grundsätzlichen Freibetrag gibt es bei der Berechnung der Gewerbesteuer noch weitere Freibeträge. So darf der Gewerbetreibende – unabhängig ob Einzelunternehmen, Personengesellschaft, oder Kapitalgesellschaft – bei der Berechnung der Hinzurechnungen das Ergebnis um bis zu 100.000 Euro kürzen. Diese Summe hat der Gesetzgeber als Freibetrag für die Hinzurechnungen gewährt. Das Ergebnis wird zu 25 Prozent als Hinzurechnung besteuert.

Die Situation der Vereine

gewerbesteuer - verein beispielAuch Vereine werden mit der Gewerbesteuer belegt, hier stellt sich die Berechnung allerdings etwas anders dar. Diese gibt es in mehreren Kategorien: als Zweckbetrieb, sowie als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb. Als Zweckbetrieb sind Einnahmen anzusehen, die zur Verwirklichung gemeinnütziger Zwecke unentbehrlich sind. Außerdem darf der Verein nicht in größerem Wettbewerb zu anderen Unternehmen treten. Einfacher gesagt, sind hierunter alle Einnahmen anzusehen, die durch die gemeinnützige Tätigkeit erzielt werden, aber nicht durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, oder Zuschüsse erzielt werden. Der Freibetrag, der in diesem Falle abgezogen werden darf, beträgt maximal 5.000 Euro.

Demgegenüber steht der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb. Darunter sind sämtliche Tätigkeiten zu verstehen, die selbstständig und nachhaltig geführt werden, und durch die Einnahmen oder weitere wirtschaftliche Vorteile erzielt werden. Außerdem müssen diese Vorteile über die reine Vermögensverwaltung hinausgehen. In diesem Falle muss der Verein seine Einnahmen zusätzlich im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb erfassen, wenn er in Konkurrenz zu anderen Unternehmen tritt. Dazu zählen zum Beispiel Bewirtungsumsätze, Werbeeinnahmen, etc. Als Freibetrag dürfen hier 5.000 Euro bis maximal zur Höhe des Gewinns abgezogen werden. Dieser Freibetrag wird vom Gesamtergebnis des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes abgezogen.